Die Geschichte unseres Schützenvereins

historische Schuetzenkette aus Elte

Die ersten deutschen Schützenvereine entstanden im 13. Jahrhundert. Sie waren aufgebaut nach Art der Kaufmannsgilden und unterstanden einem Schützenmeister. Ihre Mitglieder waren durch die Wehrverfassung der Städte zur Selbstverteidigung und ebenso zur Heeresfolge bei den Landesherren verpflichtet. Sie führten vorgeschriebene Schießübungen zunächst mit der Armbrust und etwa seit dem 15. Jahrhundert auch mit Büchsen durch. Man schoss auch damals schon auf Scheibe oder Vogel.
In der Neuzeit waren die Schützenvereine im "Deutschen Schützenbund" organisiert. Die NS-Regierung nannte diesen Bund zum "Reichsschützenbund" um und machte ihn zu einer vormilitärischen Ausbildungsorganisation. So blieben sie, wie zu Kaisers Zeiten, dem Symbol der nationalen Verteidigung nach dem für die damalige Zeit typischen Motto "Üb' Aug' und Hand für's Vaterland!" treu.


Der Überlieferung nach war in Elte der erste Schützenverein um 1750 aktiv. Die Königskette dieses ersten Schützenvereins verschwand allerdings 1945 beim Einmarsch der Engländer. Wir wissen aber dass die Kette ein Schild enthielt mit der Inschrift "Bokwaiden Rex 1753". Letzter König dieses Vereines war Hubert Thiemann-Gehling im Jahr 1890. Von 1890 bis 1924 bestand in Elte kein Schützenverein.

 


Gruendungsmitglieder

Neu 1924 aktivierte Elte den Schützenverein und gründete ihn neu. Man wählte Josef Wennemer (Schmied) zum 1. und Albert Overesch zum 2. Vorsitzenden. Weitere Mitglieder des Vorstandes waren Gustav Klostermann, Franz Hartken, Bernhard Strotmann und Ewald Schulte-Walter. Die bescheidenen Mittel der Vereinkasse erlaubten erst 1928 die Beschaffung einer Vereinfahne, die ebenfalls von den britischen Besatzern mitgenommen wurde. Die Ersatzfahne wurde aber schon 1948 (in den Kriegsjahren ruhte die Vereinstätigkeit) von Frau Schründer hergestellt und dem Verein gestiftet. Die Aufschrift der Fahnte lautete: "Heimatliebe, Brudertreue sind des Schützen Fahnenweihe!". Da die besiegten Deutschen keine Schusswaffen besitzen durften, schoß man mit Eisenbolzen mittels einer aus Eschenholz gefertigten Armbrust auf einem vom Bäcker Kreft hergestellten Stutenvogel. Der Vogel galt insbesondere bei den Schulkindern als Attraktion, die sich das Vogelschießen mit Ihren Lehrern ansahen und um die herunterfallenden Stutenstücke balgten.

 


Urknall eines Schützenvereins

Abbildung Urkunde 1478

Die Jahresversammlung am 8.1.1993 brachte den Elter Schützenbrüdern eine große Veränderung. Der Schützenverein 1753 e.V. alterte innerhalb einer Minute um 275 Jahre. Nach einem entscheidenden Hinweis unserer Schützenbrüder Leo Hartken und Karl-Heinz Reeker, unser Verein sei vermutlich wesentlich älter als bis dahin bekannt, war Rheines Stadtarchivar Dr. Peter Erlen bei den folgenden Recherchen auf eine Urkunde gestossen, die das Bestehen einer Schützengilde am 23. Juni 1478 belegt. Namenspatron war der damalige Bischof zu Münster, sein Name: Ludgerus. In der Urkunde, ausgestellt durch Johann Gruter, Amtmann des Bischofs von Münster im Amte Bevergern, werden die Eheleute Cord und Mette verpflichtet, als Gegenleistung für die Nutzung einer Wiese den Gildemeistern der St.-Ludgerus-Schützengilde zu Elte alljährlich eine Pacht von 5 Schillingen in derjenigen Währung auszuzahlen, wie sie zur Zeit der Bezahlung gang und gäbe ist. „Gegeben im Jahre des Herrn 1478 am Vorabend der Enthauptung des Heiligen Johannes“. Die Namensänderung in Ludgerus Schützengilde 1478 e.V. wurde mit großer Freude gefeiert.

 

 

Die Transskription der Urkunde können die Geschichtsinteressierten unter Euch an dieser Stelle downloaden!

 


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